Michael Busse

Biografie

Michael Busse

Über mich

Michael Busse

geboren 1956 in Salzgitter
deutscher Musiker
Mitgründer der Spider Murphy Gang
Klavierlehrer

Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich als Teenager im Zimmer meines kleinen Bruders auf dessen Cassettenrecorder den Song „Sittin‘ here la la, waitin‘ for my ya ya“ hörte. Damals wusste ich weder, dass der Song von Lee Dorsey gesungen wurde, noch dass der Pianist in diesem Stück Allen Toussaint war, einer der ganz großen New Orleans Pianisten, aber ich wusste in diesem Moment, dass ich genauso Klavier spielen können wollte. 

Da es damals keinerlei Notenmaterial in dieser Stilrichtung gab, versuchte ich den Klavierpart nach Gehör nachzuspielen. Ich besaß ein transportables Tonbandgerät, darauf hatte ich die Musik, die ich nachspielen wollte, aufgenommen. Und dann hörte ich mir kurze Passagen immer und immer wieder an, bis ich herausgefunden hatte, welche Töne der Pianist spielte. Leider funktionierte das nur bedingt, aber offensichtlich konnte ich dann doch gut genug Klavier spielen, um in die Schülerband, die sich an unserem Gymnasium  formiert hatte, aufgenommen zu werden. 

Dafür brauchte ich ein E-Piano. Ich hatte mir in den Sommerferien regelmäßig mit Ferienjobs Geld verdient und gespart, sodass ich mir ein rotes Wurlitzer Piano leisten konnte. 

Mit der Schülerband lief es dann allerdings nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Wir absolvierten zwar einige Auftritte, aber für meine Mitstreiter war die Musik nur ein Hobby, während ich Rockstar werden wollte.

Die Band löste sich bald wieder auf und ich wurde von einer Amateur-Tanzband engagiert. Das war zwar nicht gerade mein Traum, doch so kam ich bis kurz vor dem Abitur noch zu einigen Auftritten. 

Nach dem Abitur ging ich nach München. Dort wollte ich mein Glück als Rockmusiker machen, vorsichtshalber studierte ich aber Physik, denn ich wusste ja nicht, ob mein Wunsch in Erfüllung gehen würde. In einem Musikgeschäft in München lernte ich dann Barney Murphy kennen und der Rest ist Geschichte.

Da über die Spider Murphy Gang schon genug geschrieben worden ist, brauche ich darüber kein weiteres Wort verlieren.

Im Frühsommer 1986 kündigte ich meinen Vertrag mit der Spider Murphy Gang nach einigen
Vorkommnissen, die ich so nicht hinnehmen wollte, fristlos. Für eine Übergangszeit von 3 Monaten spielte ich noch bei den Konzerten mit, doch Ende September 1986 war endgültig Schluss.

Autogrammkarte Spider Murphy Gang

Danach begann für mich eine sehr schwierige Zeit. Wie so viele andere war ich auf die unseriöse Geldanlage Bauherrenmodell hereingefallen und stand plötzlich ohne Einnahmen, aber mit jährlichen Kreditzahlungen für 2 Wohnungen da, die die Mieteinnahmen deutlich überstiegen. 

Ich hatte eine Single aufgenommen und wollte solo weitermachen, aber keine Plattenfirma wollte den Song veröffentlichen – in meinem jugendlichen Leichtsinn wollte ich meine neue Karriere direkt mit einem Protestsong gegen die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf beginnen.

Also fügte ich mich in mein Schicksal und begann Klavierunterricht zu geben. Hin und wieder bat mich eine Band für ihren verhinderten Keyboarder einzuspringen und langsam bekam ich wieder Boden unter den Füßen. 

In der Zwischenzeit hatte ich meine Frau kennengelernt und 1994 kam unsere erste Tochter zur Welt. Von da an änderte sich mein Leben grundlegend. Auf einmal war ich für so ein kleines Geschöpf verantwortlich. Meine Frau und ich teilten uns die Kinderbetreuung auf, als Selbständige konnten wir uns die Arbeitszeit frei einteilen.

Vier Jahre später kam unsere zweite Tochter zur Welt und so waren wir im ganz normalen Familienalltagswahnsinn gefangen.

In dieser Zeit beschränkte sich meine musikalische Aktivität aufs Klavierunterrichtgeben und private Musizieren, erst als die Kinder größer waren, hatte ich wieder den einen oder anderen Auftritt mit meinem Barpiano-Programm.

Zudem begann ich für Klavierschüler zu komponieren. In relativ kurzer Zeit hatte ich um die 80 kleine Werke geschaffen, die ich fortan für meinen Klavierunterricht verwendete. Mittlerweile sind es weit über 100 Kompositionen.

Mein Ziel ist es, ein Unterrichtswerk zu schaffen, in dem die einzelnen Klavierstücke nicht nur gut klingen, sondern auch aufeinander aufbauen und so Schritt für Schritt technische Herausforderungen hinzukommen, damit quasi auf natürliche Art die Fähigkeiten, die zum Klavierspielen nötig sind, entwickelt werden.

 

Dieses Vorhaben wurde und wird allerdings immer wieder unterbrochen, bedingt durch familiäre Herausforderungen wie der Erkrankung und dem Tod erst meiner Mutter und später meiner Schwiegereltern. Schließlich wurde ich sogar zum „Nebenerwerbs-Ferienwohnungsvermieter”, um den ererbten Familienbetrieb aufrechtzuerhalten. Die Einarbeitung in die Betriebsführung, die erforderliche Modernisierung samt Umbau und schließlich die Corona-Krise beanspruchten viel Zeit und Energie und strapazierten meine Nerven zeitweise sehr.

Trotz allem habe ich immer mehr oder weniger intensiv Klavier gespielt und in den letzten Jahren auch meine Stimme ein wenig geschult. Der Tod des ehemaligen  Spider Murphy Gang-Schlagzeugers Franz Trojan war schließlich Anlass für mich, einen Song zu schreiben, um dessen musikalische Leistung zu würdigen.

Dadurch lebte gleichzeitig mein alter Traum vom Rockpianisten wieder auf. Endlich habe ich auch genug freie Zeit dafür. Außerdem habe ich in meinem Leben die unterschiedlichsten Dinge erlebt, die Material für Songtexte liefern.

Nun bin ich sehr gespannt, in welchem Rahmen sich mein Comeback gestalten wird.

Michael Busse Familie 2022